Amorphis in Budapest
Wer glaubt, dass Heavy Metal ein bereits erschöpfter Musikstil ist, der hat keine Ahnung von Musik. Auch das Metal durchläuft eine stete Evolution, sowohl in technischer und musikalischer wie auch konzeptueller Hinsicht. Von den Anfängen mit Black Sabbath bis hin zu Electric Wizard zieht sich ein roter Faden, der von verschiedenen Generationen und kulturellen Zweigen, historischen Momenten und Weltauffassungen begleitet wurde. Obwohl sich das Metal vom Hard Rock ableitet, beinhaltet es doch viel härtere Töne und Rhythmen.

Angespornt vom Punk der 70er Jahre schritt die Dynamik des Metal immer rasanter fort, ohne dabei an Stil und Härte zu verlieren, man erinnere sich nur an Bands wie Iron Maiden, Saxon, Jaguar, Budgie oder Diamond Head, überzeugende Boten des New Wave des British Heavy Metal. Aus dieser Reihe von Gruppierungen sollte sich auch die satanisch geprägte Band Venom hervorheben, die ausgehend von schmutzigem und lässigem Rock den Begriff des „Black Metal“ prägen sollten, der später zu einem eigenständigen Musikgenre wurde.
Als Erben dieser Tradition sollten die “Big Four” der Bay Area von San Francisco, Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax zu Pionieren des Thrash Metal avancieren. Obwohl diese Bands vom extremen Punk und Hardcore beeinflusst wurden, behielten sie die Technik ihrer Kompositionen mit gleichermaßen komplizierten wie frenetischen Melodien bei. Später entwickelte sich die Dynamik der gutturalen Stimme zum noch schnelleren und düsteren Death Metal. Durch Bands, die vom Horror des Kalten Krieges geprägt waren, wurde das Metal zum Sprachrohr für apokalyptische Texte, welche die globale Krise anrissen, ein möglicher, unmittelbar bevorstehender Zusammenstoß von Macht und dem Ende der Welt. Das Erscheinungsbild des Black Metal, sowie seine Suche nach dem antiken Heidentum und die Zurückweisung des Christentums sollten den Mitgliedern von Bands wie Darkthrone, Mayhem und Emperor aus dem tiefen Norwegen große Probleme bereiten.
Heutzutage hat sich die Dynamik des Metal verändert und verfolgt andere Ziele. Auch bedingt durch den offenen Markt, das Internet und den großen Ansturm von Independent Musik in all den verschiedenen Kanälen hat sich das Genre zu neuen Stilen und Gesichtern gewandelt und es ermöglicht, dass so genannte „hipsters“ aus Brooklyn wie die Mitglieder der Band Liturgy ein extremes Metal spielen, das experimentiert und sich dem Post Rock annähert, ohne schwarze Farbe im Gesicht, ohne Leder noch bluthungrige Gesichter. Wir leben in Zeiten der Post-Moderne, das darf man nicht vergessen. Es gibt weder heilige Reden noch puristisches Künstlertum, jeglicher Purismus gehört dem vergangenen Jahrhundert an.
Amorphis ist ein Beispiel für eine Band, die verstand, sich mit den Jahren zu verändern und die auf ihre Art und Weise bereits seit vielen Jahren die Wege des Metal erkundet. Gegründet in Finnland haben sie Genres wie Death, Progressive, Heavy und Folk Metal erschlossen und sind stark vom Kalevala beeinflusst, jenem Epos der finnischen Tradition. Am 8. Januar geben Amorphis ein Konzert in Budapest, das für viel Redestoff sorgen wird. Für mehr Information über das Konzert und die Band besuchen Sie die offizielle Website: http://amorphis.net/
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Übersetzt: Jule
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