East of Eden. Photorealism in Budapest

    Das Budapester Ludwig Museum zeigt eine weitere interessante Ausstellung mit dem Ziel, die zeitgenössischen künstlerischen Bewegungen Osteuropas stärker zu präsentieren. Vom 14 September bis um 15 Januar 2012 kann man die Ausstellung “East of Eden: versions of reality”, die dem Fotorealismus gewidmet ist, anschauen.

    photorealism budapest

    Der Fotorealismus, der in Osteuropa sehr eigene Charakteristika angenommen hatte, war eine künstlerische Strömung die in den Vereinigten Staaten zwischen Ende der 60er Jahre und dem Beginn der 70er Jahre entstanden ist. Hier geht es um Malerei, welche die Fotografie als Ausgangspunkt benutzt für die Kreation von extrem realistischen Gemälden, die beim Betrachter eine Desorientierung bezüglich des vom Künstler benutzten Medium auslösen.

    Diese Bewegung, die aus der Pop Art, dem abstrakten Expressionismus und dem Minimalismus entstanden ist, wurde aufgrund des Gebrauchs von fotografischen Mitteln im Moment ihrer maximalen Ausbreitung stark kritisiert, auch wenn die bildenden Künstler schon seit dem XV Jahrhundert verschiedene Instrumente als Basis ihrer Arbeit benutzten. Heute wären diese Kritiken inakzeptabel, da viele zeitgenössische Künstler ihre Arbeiten nicht materiell produzieren, sondern sie vielmehr in Auftrag geben oder auch Projekte entwerfen, die Expertengruppen einbeziehen, welche der Arbeit eine eigene Komplexität und spezifisches Wissen hinzufügen (seien dies auch Wissenschaftler, Professionelle oder gewöhnliche Leute).

    Aber der Punkt ist, dass das Auftauchen der fotografischen Technik ein entscheidender Moment für die Malerei war und sehr interessante Effekte auf die Entwicklung dieser Ausdrucksform hatte: durch die zwangsläufige Impression des Realen auf dem Film etablierte sich die Fotografie als Werkzeug der Repräsentation des Realen schlechthin. Das Licht wurde exakt so abgedruckt wie es aufgenommen wurde und damit auf extrem wahrheitsgetreue Weise wieder erschaffen. Die Malerei, frei von der endemischen figurativen Verpflichtung, konnte sich jedes Mal mehr in Richtung Abstraktion entfernen.

    In Osteuropa war die künstlerische Bewegung des Fotorealismus in den 60’er und 70’er Jahren so stark ausgeprägt wie in den Vereinigten Staaten, auch wenn die realistische Repräsentation aufgrund der Traditionen und spezifischen Konditionen der Länder eine völlig andere war, auch bedingt durch die speziellen politischen Anforderungen, denen sie nach zu kommen versuchten.

    Einer der interessantesten Künstler, der in dieser bedeutenden Gruppenausstellung gezeigt wird, ist ohne Zweifel Gérard Gasiorowski, ein bildender Künstler der 1930 in Paris geboren wurde und im Jahre 1986 starb. Seine größten Erfolge waren die ersten hyperrealistischen Bilder (in der Ausstellung kann man das berühmte „L’Approche“, 1965 sehen), aber auch die folgende Phase seiner künstlerischen Entwicklung, in der er mit einer Art „malerischem Selbstmord “ beginnt, in der er versucht die Malerei verschwinden zu lassen und damit heftig die westliche Tradition und den Kunstmarkt kritisiert (Serie „ Albertines“, 1971). Es ist möglich, mehr Information über die Ausstellung auf dieser Website zu finden: http://www.ludwigmuseum.hu/site.php?inc=kiallitas&kiallitasId=762&menuId=44.

 

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Grete Tal Only-apartments TranslatorÜbersetzt: Grete Tal
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