Malerei, Aquarelle, Stiche und Zeichnungen in Budapest
Das Nationalmuseum in Ungarn stellt bis zum 16. Oktober seine Kupferstiche und Zeichnungen der Zeit zwischen 1900 und 1925 aus. Die Ausstellung „Malerei auf Papier“, die von Eszter Földi und Ferenc Zsákivics kuratiert wurde, zeigt über 80.000 Werke und Dokumente, die wegen der Zerbrechlichkeit des Papiers nicht immer ausgestellt werden können. Jetzt werden diese werke sechs Jahre lang ausgestellt, um die Dauerausstellungen der Malerei und Skulpturen des 20. Jahrhunderts zu komplimentieren.

Während der Periode, die diese Ausstellung umfasst, hatte das Aquarelle eine bedeutende Präsenz in der ungarischen Kunst, wie man aus dem Archiv des Museums schlussfolgern kann.
Die Aquarellmalerei ist eine Technik, die eine große Kunstfertigkeit voraussetzt, um die gewünschte Effekte auf Papier zu erzielen. Die Werke, die mit dieser Technik gemalt werden, müssen in einer Sitzung fertig gebracht werden. Die Differenz zwischen dem Aquarell und der Zeichnung besteht darin, dass in Ersterem der Fleck den Pinselstrich ersetzt und somit viel Übung und Radierungen voraussetzt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts findet man die ersten Aquarelle im Art Nouveau, einer Stilrichtung, die das Design, die Zeichnung, die Malerei und alle anderen künstlerischen Ausdrucksformen erneuert. Die Künstler der Stadt Gödöllö waren diejenigen, die das Aquarell in das Art Nouveau einführten, so wie beisielsweise die Illustrationen von Rezsö Mihály.
1910 wird das Aquarell von den ausdrucksstarken Pinselstrichen des Impressionismus verdrängt; aber trotzdem wird die Technik noch bis heute von vielen Künstlern verwendet.
Es stechen vor allem die Arbeiten des Avantgardekünstlers Gizella Dömötör hervor. Dömötör wurde 1894 in Budapest geboren und hat an der Akademie für Bildende Kunst seiner Geburtsstadt studiert. Sie war mit dem Künstler Hugo Mund verheiratet, und zusammen nahmen sie aktiv an der ungarischen Avantgarde teil. In den 30 Jahren emigrierten sie nach Argentinien.
Die Zwischenkriegszeit war für die Malerei und den Druck in Ungarn sehr bedeutend. Die Großzahl bedeutender Werke, die das Nationalmuseum besitzt, stammen aus dieser Periode, in der eine prekäre ökonomische Lage herrschte und somit der Kunstmarkt und die Dekadenz der Galerien abnahm.
Die Schrecken des 2. Weltkrieges wurden in den Aquarellen jener Zeit von Surrealisten wie Béla Bán, Endre Bálintc, Lajos Vajda, Margit Anna und Imre Ámos zum Ausdruck gebracht.
Mehr Information unter: http://www.mng.hu/en/exhibitions/grafika_akvarell_en
Nancy Guzman
Eine Ausstellung, die eine tolle Alternative ist, wenn man die Geschichte und Kultur Budapests und Europas kennenlernen möchte. Wenn du appartments in Budapest gemietet hast, dann verpasse nicht diese außergewöhnliche Gelegenheit und besuche das Nationalmuseum.
Übersetzt: Heloise Battista
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