Ist der Begriff “Vampir” bloß ein Euphemismus für Sex?

Erst gab es Buffy und ihre andauernde Affaire mit dem Vampir Angel. Nun ist es die Twilight-Hysterie, die Teenager auf der ganzen Welt verrückt nach Emo-Blutsaugern macht. Was ist so faszinierend an Vampiren?

Unser Verdacht ist das klassische Motiv: Sex.

vampir-sex

Vampirgeschichten existieren schon weitaus länger als es Bücher. Feurige Erzählungen, die die Fantasie der Kinder anregte und das Verlangen der Erwachsenen entfachte. In einer Welt, wo man nicht offen über Sex redet, muss die Erotik anders auf ihre Kosten kommen. Und die Vampirwelt ist das perfekte Ventil.

Schauen wir uns doch einmal die klassischen Elemente einer Vampirgeschichte genauer an: Unser Vampir ist in der Regel männlich (nicht immer, aber auf dieses Thema gehen wir später genauer ein). Der Vampir dürstet nach dem Blut einer Frau. In den modernen Vampirerzählungen fühlt sich die Frau ebenfalls stark zu ihm hingezogen – wir bevorzugen es an dieser Stelle Liebe zu nennen und nicht Begierde. Es klingt einfach freundlicher. Der Vampir ist ständig in Versuchung die Frau zu beißen, die er liebt, um von ihrem Blut zu trinken, unterdrückt aber sein Verlangen, um ihre Reinheit und Unschuld zu bewahren. Seine großen phallus-gleichenden Zähne können es kaum abwarten sich in die warme Haut ihres Halses zu bohren. Er ist der ultimative untote Unruhestifter mit einem Herzen aus Gold. Vampir und Geliebte ringen ständig mit der Qual – sollen wir, sollen wir nicht, ja tu es, nein ich muss es unterdrücken.

Ihr könnt euch eine Vorstellung machen, von dem, was ich erzähle, oder?

In den modernen Twilight-Erzählungen geht es um das Mädchen Bella, die ihren Vampirfreund darum anfleht sie zu einen Vampir zu machen. Dies ist wohl die einzige gesellschaftlich tolerierte Art für eine Frau sexuelles Verlangen auszudrücken ohne abgestempelt zu werden als…nun ja, Schlampe.

Und genau das hat Twilight zu dem Phänomen gemacht, was es ist. Der Schauspieler in der Rolle des Vampirs Edward hat schon oft gesagt, dass er erstaunt ist wie viele junge Frauen ihn darum bitten sie zu beißen. Sie haben richtig gefleht. Ist das wirklich die einzige Möglichkeit für eine junge Frau ungehemmt sagen zu können „Ich mag dich, lass uns miteinander schlafen.“? Auf jeden Fall scheint es so.

Die weiblichen Vampire sind noch mal eine andere Angelegenheit. Sie sind die Nymphomanen der Untoten. Brutale Mädels (die dazu auch noch richtig gut aussehen) mit einem Durst nach Blut. Sie nehmen sich, was sie wollen ohne Rücksicht auf die Gefühle ihrer Opfer. Sie trinken das Blut von Jungfrauen, um ewige Jugend zu erlangen, lauern unwissenden Jungs in dunklen Strassen auf (ist euch aufgefallen, dass sie das Blut von betrunkenen und alten Menschen nicht mögen?). Vampirfrauen sind oft die, die mit einem Pfahl im Herzen enden und die Moral von der Geschichte ist so was Ähnliches wie „ Ruh dich nicht auf deiner Macht aus, man könnte dich auf übelste Art und Weise aufspießen.“ Auch hier scheint wieder ein Euphemismus drin versteckt zu sein.

Und nur damit ihr Bescheid wisst, Stephanie Meyer (die Autorin der Twilight-Reihe) ist Mormonin. Kein Sex vor der Ehe. Und auch kein Beißen. Seid ihr immer noch verrückt nach dem Mythos? Mietet die besten Apartments in Budapest, einer Stadt nahe der Geburtsstätte der Vampirlegenden – Transylvanien.

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This entry was posted on Thursday, April 15th, 2010 at 9:57 am and is filed under Budapest. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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